Jahresrückblick 2025 – Schutzwaldpolitik im BMLUK: Fortschritte, Innovationen & Vernetzung

Die österreichische Schutzwaldpolitik war 2025 von zahlreichen Aktivitäten, fachlichen Diskussionen und digitalen Innovationen geprägt. Unter dem Aktionsprogramm „Schutzwald – Wald schützt uns!“ wurden vom BMLUK und seinen Kooperationspartnern strategische Handlungsempfehlungen weiterentwickelt, neue Werkzeuge bereitgestellt und wichtige Projekte zur Stärkung der Schutzwälder initiiert.

Zusammenfassend eine Rückschau auf die wichtigsten Aktivitäten im Rahmen der Österreichischen Schutzwaldpolitik sowie ein Blick auf das neue Jahr 2026.

Alle Newsartikel aus dem Jahr 2025 sind im Servicearchiv (Jahr 2025) abrufbar.

Evaluierung des Aktionsprogrammes Schutzwald „Wald schützt uns!“

Das zentrale Strategiepapier der Schutzwaldpolitik, das Aktionsprogramm „Wald schützt uns!“, wurde nach seiner Laufzeit von fünf Jahren evaluiert. Der Abschlussbericht dokumentiert den Stand der Zielerreichung, zieht Bilanz und gibt Handlungsempfehlungen für die kommenden Jahre. Die Ergebnisse zeigen, dass die Vorgehensweisen in vielen Bereichen effektiv waren, gleichzeitig aber weiterer gezielter Handlungsbedarf besteht – etwa zur Erhöhung der Resilienz gegen Klimarisiken (z. B. Stürme, Borkenkäfer, Wildschäden) und zur gesellschaftlichen Inwertsetzung des Schutzwaldes als Daseinsvorsorge

Aufgrund dieser Evaluierung wurde die Fortführung und langfristige Weiterentwicklung des Programms im österreichischen Regierungsprogramm 2025–2029 festgelegt.

Woche des Schutzwaldes 2025 – Öffentlichkeitsarbeit & Bewusstseinsbildung

Die Woche des Schutzwaldes 2025 (6. bis 10. Oktober) setzte erneut ein starkes Zeichen für die gesellschaftliche Bedeutung der Schutzwälder. Unter der Schirmherrschaft des BMLUK und in Kooperation mit Partnern wie dem Schutzwaldzentrum, dem Österreichischen Schutzwaldverein und den Landesforstdiensten wurden medienwirksame Aktionen, regionale Veranstaltungen und Informationsangebote für die Bevölkerung organisiert. Ziel war es, die „grüne Schutzinfrastruktur“ als zentrale Leistung für Sicherheit, Tourismus und regionale Entwicklung sichtbar zu machen. 

Die traditionelle Schutzwaldreferententagung (6. Oktober 2025) eröffnete die Woche, gefolgt von zahlreichen Austauschformaten sowie Publikumsevents, die das Thema Schutzwald aufs öffentliche Parkett brachten.

Aktualisiert wurde für die Woche des Schutzwaldes 2025 die Broschüre zum Thema "Der Schutzwald in Österreich - Wald schützt uns!" um das fachliche Portfolio rund um den Schutzwald in einfacher Sprache zu beschreiben.

Bundesschutzwaldplattform 2025 – Fachdialog & Netzwerken

Die Bundesschutzwaldplattform 2025 – Leitveranstaltung im Rahmen der Woche des Schutzwaldes – fand am 7. und 8. Oktober am WALDCAMPUS Österreich in Traunkirchen statt. Hier trafen sich Akteur:innen aus Praxis, Wissenschaft, Politik, Naturschutz und Verwaltung, um zentrale Themen der Schutzwaldpolitik zu diskutieren. 

Unter dem Motto „Schutzwald in Wert setzen: Nutzungs- und Bewirtschaftungskonflikte gemeinsam überwinden“ standen insbesondere der gesellschaftliche Wert des Schutzwaldes, Herausforderungen der praktischen Umsetzung und Strategien zur integrierten Bewirtschaftung im Fokus.

Besonderes Format-Element waren „World Cafés“, in denen Akteur:innen aus Gemeinden, Eigentümervertretungen und der Praxis ihre Perspektiven zur Zukunft des Schutzwaldes einbrachten.

Projekte: ÖKO-SCHU-WA und PRIO-SCHU-WA

Im Rahmen der Bundesschutzwaldplattform wurden Ergebnisse aus zwei zentralen Forschungs- und Praxisprojekten präsentiert:

ÖKO-SCHU-WA – Bedeutung der Schutzwälder in Österreich

Das Projekt ÖKO-SCHU-WA untersucht die regional- und volkswirtschaftliche Relevanz von Schutzwäldern. Es liefert Entscheidungsträger:innen quantitative Erkenntnisse darüber, wie Schutzwaldleistungen – etwa Objektschutzwirkungen – in ökonomische und gesellschaftliche Bewertungen übersetzt werden können.

PRIO-SCHU-WA – Priorisierung von Interventionen

Das Forschungsprojekt „PRIO-SCHU-WA“ entwickelt ein Modell zur Priorisierung von Maßnahmen im Wald mit Objektschutzfunktion. Es nutzt Fernerkundungsdaten, Gefahrenmodellierungen und Kriterien zur Schutzwirkung, um Gebiete mit besonders hohem Handlungsbedarf zu identifizieren und Handlungsempfehlungen für gezielte Maßnahmen zu geben.

Aktivitäten des Schutzwaldzentrums

Das Schutzwaldzentrum am WALDCAMPUS Österreich hat seine Rolle als Wissensdrehscheibe und Vernetzungsplattform weiter ausgebaut. Neben der fachlichen Vorbereitung der Bundesschutzwaldplattform war das Zentrum aktiv in Aus- und Weiterbildungsangebote, Beratung für Akteur:innen vor Ort und Koordination der Öffentlichkeitsarbeit eingebunden.

Kartendienst schutzwald.at – 3D-Visualisierung & neue Fachkarten

Ein Highlight des Jahres war der technologische Ausbau des Online-Kartendienstes auf schutzwald.at.

3D-Visualisierung

Die digitale Geodatenplattform WALDATLAS wurde um eine vollumfängliche 3D-Ansicht erweitert. Nutzer:innen können nun Geländeformen, Waldstrukturen und Fachkarten nicht nur in 2D, sondern auch interaktiv in dreidimensionaler Darstellung erkunden – ein großer Schritt für Planung, Monitoring und Kommunikation

Neue Fachkarten zu Baumhöhen und Baumarten

Ergänzend wurden zwei neue, flächendeckende Fachkarten eingeführt: eine Baumartenkarte und eine Baumhöhenkarte für ganz Österreich. Diese Karten basieren auf Fernerkundungsdaten, KI-Auswertung und Laserscandaten und ermöglichen eine detaillierte räumliche Beschreibung der Waldstruktur – sowohl horizontal als auch vertikal. 

Diese neuen Daten sind insbesondere für die Schutzwaldplanung, Klimaanpassungsstrategien und naturgefahrenbezogene Analysen von großer Bedeutung und verbessern die Informationsbasis für Behörden, Forschung und Praxis.

Die 3D Visualisierung und alle neuen Fachkarten sind im web-Kartendienst Schutzwald abrufbar.

Fazit – Stärkung des Schutzwaldes als gesellschaftliche Aufgabe

2025 war ein Jahr des Dialogs, der Evaluierung, der digitalen Innovation und Forcierung der Wissenschaft in der österreichischen Schutzwaldpolitik. Vom übergeordneten Aktionsprogramm „Wald schützt uns!“ über breite Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung bis hin zu praxisrelevanten Kartendiensten und Forschungsprojekten zeigt sich: Der Schutzwald wird zunehmend als wichtiger Bestandteil der Naturgefahrenvorsorge, regionalen Entwicklung und Klimaanpassung in der Praxis und Gesellschaft verstanden und positioniert seine essentielle Rolle in der österreichischen Forstpolitik.

Ausblick auf die Schutzwaldaktivitäten 2026

Für das Jahr 2026 stehen die konsequente Umsetzung und Forcierung der Handlungsempfehlungen aus dem Evaluierungsbericht des Aktionsprogrammes „Wald schützt uns!“ im Mittelpunkt der Schutzwaldaktivitäten des BMLUK. Aufbauend auf den Evaluationsergebnissen sollen weitere themenspezifische Projekte im Schutzwald initiiert werden, um bestehende Wissenslücken zu schließen und praxisnahe Lösungen für aktuelle Herausforderungen – insbesondere im Kontext von Klimawandel und Naturgefahren – bereitzustellen.

Ein zentrales Element der Öffentlichkeitsarbeit bleibt die Woche des Schutzwaldes 2026 (5. bis 9. Oktober 2026), die neben bewährten Fach- und Vernetzungsformaten zum zweiten Mal auch einen Publikumstag umfasst und damit den Schutzwald verstärkt in den urbanen Raum und ins öffentliche Bewusstsein rückt.

Weiters soll die Digitalisierungsoffensive im Schutzwaldbereich weiter ausgebaut werden: Geplant ist eine umfassende Evaluierung der Hinweiskarte Schutzwald und der Bannwälder, die in enger Kooperation mit den Landesforstdiensten, der Wildbach- und Lawinenverbauung sowie dem Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) erfolgt. Ziel ist es, die fachliche Qualität, Aktualität und Anwendbarkeit der digitalen Kartenprodukte weiter zu verbessern und damit eine noch belastbarere Grundlage für Planung, Vollzug und Kommunikation im Schutzwald zu schaffen.

Veröffentlicht am 05.01.2026