Wirtschaftlichkeit

Für einen stabilen, strukturierten und klimafitten Schutzwald braucht es eine aktive Bewirtschaftung und Pflege der Flächen. Oft befinden sich Schutzwaldflächen in schwer zugänglichem Gelände, in dem Forstwirtschaft nicht gewinnbringend betrieben werden kann.

Zudem hat die negative Holzpreisentwicklung in den letzten Jahren dazu geführt, dass viele Schutzwaldflächen unbewirtschaftet bleiben und damit instabiler werden.

Schutzwald kostet sowohl die Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer als auch die öffentliche Hand - Geld. Die Flächen erbringen neben dem Holzertrag aber auch Leistungen für die Gesellschaft in Form der Schutzwirkung.

Holz unterliegt globalen Märkten, auf denen der Preis seit Jahrzehnten stagniert. Seit 1980 ist der Preis für Fichtenholz von damals 88 Euro auf aktuell 80 Euro je Festmeter gesunken. Im selben Zeitraum hat sich der Index für Verbraucherpreise mehr als verdoppelt. Die 2,8-fache Holzmenge ist heute nötig, um denselben Warenkorb wie 1980 zu kaufen!

Der Forstbetrieb muss daher mit weniger Einnahmen die gleichen Leistungen erbringen. Betriebswirtschaftlich geht diese Rechnung nicht mehr auf. Daher muss man sie volkswirtschaftlich betrachten und entsprechend mit öffentlichem Geld stützen.

Es gibt mehrere Ansätze, um die Schutzwaldbewirtschaftung und -pflege wirtschaftlich attraktiver zu gestalten.

Es gibt zum Beispiel Fördermöglichkeiten durch die Ländliche Entwicklung. Die Beantragung und Abwicklung erfolgt üblicherweise über die Forstbehörde des Landes. Des Weiteren finanziert der Bund in sogenannten Flächenwirtschaftlichen Projekten bis zu 60 Prozent der Maßnahmen im Schutzwald.

Andere Möglichkeiten der wirtschaftlichen Verbesserungen sind die Kostenreduzierung durch Genossenschaften und Verbände, steuerliche Begünstigungen und ein Anreizsystem. Es besteht zudem die Option der Kostenbeteiligung der Begünstigten durch Bannlegung.

Das Aktionsprogramm Schutzwald hat Meilensteine zur wirtschaftlichen Attraktivierung der Arbeit im Schutzwald definiert. Diese sind unter anderem:

  • Konkrete Maßnahmenpläne für das Programm Ländliche Entwicklung 2021-2027 präsentieren, und ein Fördersystem mit gebündelten Instrumenten für die regionale Planung einrichten.
  • Expertise zu neuen Finanzierungs- und Transfermodellen für Schutzwald vorlegen.
  • Volkswirtschaftliche Evaluierung der Ökosystemleistung Schutzwirkung in Österreich veröffentlichen. 
Veröffentlicht am 05.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)