Fakten und Zahlen zum Schutzwald in Österreich

Österreich gehört mit einem Gebirgsanteil von zwei Drittel der Staatsfläche zu den gebirgigsten Ländern Europas. In der alpin geprägten Landschaft sind Schutzwälder von besonderer Bedeutung für die Sicherung des menschlichen Lebens- und Siedlungsraumes. Fakten, Zahlen und entsprechendes Monitoring zum Zustand der Schutzwälder sind besonders wichtig für sinnvolle und zielgerichtete Maßnahmen.

Laut Forstgesetz erfüllt der Wald verschiedene Funktionen wie Nutz-, Schutz-, Wohlfahrts-, und Erholungsfunktion. Das öffentliche Interesse an den Leitfunktionen wird vom Waldentwicklungsplan dargestellt.

Die Hinweiskarte Schutzwald kategorisiert Flächen mit einer potentiellen Standort- oder Objektschutzfunktion in Österreich. Laut evaluierter Auswertung (Stand: 13.05.2025) haben 17,8 Prozent der Wälder in Österreich eine Objektschutzfunktion und 24 Prozent sind Wälder mit Objekt- und/oder Standortschutzfunktion. Wald mit einer Schutzfunktion umfassen 42 Prozent. Fast jede vierte Österreicherin und jeder vierte Österreicher profitiert vom Schutzwald und seinen Leistungen wie dem Schutz vor Lawinen, Steinschlag, Erosion und Hochwasser. Die Hinweiskarte Schutzwald wird in Zukunft für die Priorisierung im Investitions- und Fördermanagement etabliert. Detailinfos zur Hinweiskarte.

Für zielgerichtete und effektive Maßnahmen im Schutzwald ist es wichtig, die Flächen, ihren Zustand und die Stabilität des Bestandes zu kennen. Das Monitoring und die örtliche Begehung nehmen dabei eine zentrale Rolle ein. Die Österreichische Waldinventur erhebt seit einem halben Jahrhundert periodisch eine Vielzahl von Daten über den Zustand und die Veränderungen des österreichischen Waldes.

 

Zahlen und Fakten zum Schutzwald in Österreich

 

Indikator Zahlen Quelle

Hinweiskarte Schutzwald

Wald mit Objektschutzfunktion

Wald mit Objekt- und/oder Standortschutzfunktion

Wald mit Schutzfunktion 

Wald ohne vorrangige Schutzfunktion

 

17,8 Prozent, oder 702.620 Hektar

24 Prozent, oder 946.657 Hektar

42 Prozent, oder 1,6 Millionen Hektar

58 Prozent, oder 2,3 Millionen Hektar

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Abteilung III/4 

Bannwald (gemäß § 27 ForstG 1975; mit Bescheid)  535 Flächen mit 13.124 Hektar Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Abteilung III/4  
Auwaldflächen  53.062 Hektar BFW-Machbarkeitsstudie: Endbericht zum Aufbau einer Digitalisierungsinitiative Schutzwald, Jänner 2024
Baumarten im Schutzwald

52 Prozent Fichte
17 Prozent Lärche
13 Prozent Buche
7 Prozent Zirbe
6 Prozent sonstiges Nadelholz
6 Prozent sonstiges Laubholz

Österreichische Waldinventur; Zwischenauswertung 2018-2023
Schutzwaldgemeinden in Österreich (mit einem Anteil von mehr als 50 Prozent potentieller Wälder mit Schutzfunktion gegen Naturgefahren im Gemeindegebiet)

600 (von insgesamt 2095 Gemeinden in Österreich); 28,6 Prozent

Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Abteilung III/4 

Ohne die Schutzfunktion des Waldes könnten knapp 50 % des Lebens- und Wirtschaftsraumes in Österreich nicht genutzt werden.

 

Jede 4. in Österreich lebende Person profitiert direkt von der Schutzwirkung des Waldes.

  Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Abteilung III/4 
Verjüngungszustand im Schutzwald In Wäldern mit direkter Objektschutzfunktion besteht auf rund 140.000 Hektar Fläche eine Verjüngungsnotwendigkeit. In Wälder mit indirekter Objekt- und/oder Standortschutzfunktion sind ca. 280.000 ha betroffen. Der Pflanzenbedarf zur Aufforstung von Beständen mit Verjüngungsnotwendigkeit in Wäldern mit direkter Objektschutzfunktion beträgt bei alleiniger Kunstverjüngung 210-350 Millionen Forstpflanzen und entspricht ungefähr dem 10fachen der derzeitigen jährlichen Pflanzenproduktion Österreichs. Daher kann der Verjüngungsbedarf nicht ausschließlich mit Aufforstungen gedeckt werden, sondern sollte durch eine Kombination aus gezielten Aufforstungen und einer besseren Förderung der Naturverjüngung erreicht werden. BFW-Projekt „Evaluierung des Bedarfs an möglichen Saat- und Pflanzgut für den Schutzwald; 2024
Priorisierung von Interventionen im Wald mit direkter Objektschutzfunktion Aufgrund von Schutz- und Schutzwirkungsdefiziten besteht ein Handlungsbedarf auf rund 127.000 Hektar. Davon haben 41.000 Hektar höchste Priorität in den nächsten 3 Jahren. BFW-Projekt: Prio-SCHU-WA
Wirtschaftsleistung 14 Milliarden Euro jährlich der Österreichischen Wirtschaftsleistung hängen von der Schutzfunktion der Wälder ab. Wälder mit direkter Objektschutzfunktion schützen Siedlungen und Infrastruktur und beeinflussen das Risiko von Schäden durch Schneelawinen, Steinschlag und flachgründigen Bodenrutschungen auf rund 299.000 Hektar nicht bewaldeter Fläche. 98.000 Hektar potenziell geschützter Raum sind vollständig durch die Schutzwirkung geschützt. Waldfonds-Projekt: ÖKO-SCHU-WA; Projektergebnis 2025
Gesamtinvestitionsvolumen der WLV in Flächenwirtschaftliche Projekte ca. 15 Mio. Euro pro Jahr Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft, Abteilung III/4