Schutzwälder im Alpenraum – Anpassungsstrategien an den Klimawandel (Projekt Mosaic)

Der Klimawandel verändert die Rahmenbedingungen für Naturgefahren und erhöht die Intensität, Häufigkeit und Verteilung von Schadensereignissen, die Gemeinden im Alpenraum bedrohen. Diese Schadensereignisse sind dabei vermehrt sogenannte „compound events“, die durch eine Kombination mehrerer wetter- und/oder klimabedingter Gefahren charakterisiert sind, deren Auswirkungen zu sozio-ökologischen Risiken beitragen.

Klimawandel im Alpenraum

Veränderungen in den Wäldern des Alpenraums, sind ein maßgeblicher Faktor für eine erhöhte Anfälligkeit für klimabedingte Schadensereignisse. Eine verringerte Vitalität und Stabilität von Waldbeständen vermindert deren Schutzwirkungen gegen Steinschlag, Rutschungen und Lawinen. Diese Ökosystemleistungen des Waldes sind durch den Klimawandel zunehmend bedroht. Sie spielen jedoch eine entscheidende Rolle bei der Abschwächung der Auswirkungen des Klimawandels und sind für das menschliche Wohlergehen im Alpenraum daher von großer Bedeutung.

Zielsetzungen des Projekts MOSAIC

Das Hauptziel des Interreg Alpine Space Projekts MOSAIC (Managing prOtective foreSt fAcIng clImate Change compound events) ist es, die Förderung der Anpassungen an den Klimawandel und die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit gegenüber Schadensereignissen und Prävention in Hinblick auf Katastrophenrisiken unter Berücksichtigung Ökosystem-basierter Ansätze zu unterstützen – eine der Zielsetzungen des Interreg Alpine Space Programms.

MOSAIC fokussiert auf eine gefährdungsresistente und nachhaltige Schutzwaldbewirtschaftung, die den vielfältigen Herausforderungen des Klimawandels gerecht wird. Um regionale und alpenweite Klimaaktionspläne zu unterstützen, werden Daten und Modelle zu klimabedingten Schadensereignissen und Trends in den Alpen gesammelt, harmonisiert und den im Naturgefahrenmanagement tätigen Personen zugänglich gemacht. Durch die Ausweisung und Implementierung eines alpenweiten Netzwerkes von Waldlaboratorien sog. „Forest Living Labs“, soll das Bewusstsein von Waldbesitzern, Förstern, Risikomanagern, Entscheidungsträgern aber auch der Öffentlichkeit für die Bewirtschaftung von Schutzwäldern, die compound events ausgesetzt sind, geschärft werden.

Um diesen Zielsetzungen gerecht zu werden, beinhaltet MOSAIC drei große Arbeitsschwerpunkte:

  • DOJO: Datensammlung und Analyse der Auswirkungen des Klimawandels auf die Wälder des Alpenraums.
  • NAZCA: Erstellung einer Modellierungsplattform zur Analyse der Auswirkungen von durch den Klimawandel induzierten „compound events“ auf die Schutzwirkung von Wäldern im Alpenraum.
  • FORCE: Einrichtung von Waldlaboratorien zur Stärkung der Bewusstseinsbildung für die Erhöhung der Widerstandsfähigkeit von Schutzwäldern durch Anpassungsmaßnahmen zur Bewältigung der Herausforderungen des Klimawandels.

Projektergebnisse und -produkte

  • Eine umfassende Bestandsaufnahme und Bewertung räumlich exakt zuordenbarer vergangener und prognostizierter Klimadaten (gemäß den IPCC-Szenarien 2050 – 2100) und klimabedingter Schadensereignisdaten für den Alpenraum, die über einen WebGIS-Atlas öffentlich zugänglich gemacht werden.
  • Die Schaffung einer Plattform, die Naturgefahren- und Risikomodelle anbietet, die für die Bewältigung der Folgen des Klimawandels auf die Wälder des Alpenraums und deren Fähigkeit, Schutz vor Naturgefahren zu bieten, konzipiert wurden.
  • Bereitstellung von Daten, Erfahrungen und Wissen zur Unterstützung der Entwicklung eines gemeinsamen Alpenprogramms für die Umsetzung eines integrierten und anpassungsfähigen Managements von Alpenwäldern mit Schutzfunktionen, das den Auswirkungen des Klimawandels Rechnung trägt.

BFW-Beitrag

Der MOSAIC-Hauptbeitrag des BFW ist die Untersuchung von Veränderungen in der Schutzwirkung von Wäldern gegen Lawinen nach Sturmschäden und Borkenkäferbefall. Um deren unterschiedliche Schutzwirkung zu untersuchen, werden vom BFW geräumte bzw. ungeräumte Waldflächen näher untersucht und Fernerkundungs- und In-situ-Daten (hauptsächlich mit Hilfe von Drohnen-Photogrammmetrie und Schneedeckenbeobachtungen) in Testgebieten erhoben.

Diese Daten werden zur Entwicklung von Methoden und Verbesserung von Modellen verwendet, welche die Risiko- und Schutzwaldbewirtschaftung im Alpenraum unterstützen. Das österreichische Forest Living Lab ist das Modell-Wildbacheinzugsgebiet Rindbach bei Ebensee in Oberösterreich.

Konsortium

Das MOSAIC Konsortium besteht aus 12 Partnern aus 6 Alpenländern mit unterschiedlichen, sich aber ergänzenden Fachgebieten (z.B. Waldbewirtschaftung, Modellierung, Naturgefahrenprävention) und Tätigkeitsbereichen (u.a. Forschung, Verwaltung, Dienstleistung) mit nationaler oder regionaler Ausrichtung. MOSAIC ist ein Aktionsforschungsprojekt, das sich auf Projektpartner stützt, die für ihre angewandten Forschungsaktivitäten und ihre Einbindung in das gesamte Spektrum von Wissenschaft, Entscheidung und Umsetzung anerkannt sind.

Details

Kofinanziert von der Europäischen Union durch das Interreg Alpine Space Programm
• Gesamtbudget: 2.710.832,00 €
• ERDF Fördersumme: 1.758.624,00 €
• Projektdauer: 01/11/2022 – 31/10/2025

Weitere Informationen finden Sie auf der Projektwebsite: https://www.alpine-space.eu/project/mosaic/

Veröffentlicht am 28.08.2023

Kontakt

DI Christian Lackner Bundesforschungszentrum für Wald - Öffentlichkeitsarbeit
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