Leuchtturm: Schutzwald regional gestalten und überregional vernetzen

Die nachhaltige Pflege von Schutzwäldern und die Lösung von Nutzungskonflikten erfordert die Zusammenarbeit aller Akteurinnen und Akteure. Gute Zusammenarbeit erfordert freiwillige oder vertragliche Kooperationsformen mit klaren Rechten und Pflichten der Partnerinnen und Partner. Ein wichtiger Bestandteil ist die forstfachliche Begleitung von Pflege- und Verjüngungsmaßnahmen durch zum Beispiel Forstdienste, Landwirtschaftskammern, Vereine und Vermarktungsorganisationen.

Die Meilensteine und deren Umsetzungsjahr (in Klammer) in diesem Leuchtturm:

Der Schutzwald ist als Thema der Raumplanung im ÖREK2021 verankert (2021)

Zu den zentralen Aufgaben der Österreichischen Raumordnungskonferenz gehört die Ausarbeitung und Aktualisierung des Österreichischen Raumentwicklungskonzeptes (ÖREK). Das ÖREK stellt ein strategisches Steuerungsinstrument dar und ist ein gemeinsames Leitbild sowie Handlungsprogramm auf gesamtstaatlicher Ebene für raumrelevante Planungen und Maßnahmen. Mit diesem Meilenstein soll die Bedeutung des Schutzwaldes in der Raumplanung etabliert und hervorgehoben werden. Unter anderem werden die Zusammenhänge zwischen Objektschutzwald und Raumplanung diskutiert. Der Schutzwald soll auch als Regionalthema positioniert werden, um größere Planungseinheiten wie in etwa Talschaften anzusprechen. Sämtliche Partner und Stakeholder werden in den Prozess eingebunden, um die ÖREK Partnerschaft zu forcieren bzw. zu stärken. Die Schutzwaldziele in der allgemeinen Raumplanung sollen in einem Raumplanungskatalog verankert werden.

Ein europäisches Governance-Netzwerk für den Schutzwald ist aktiv (2021)

Die Schutzwirkung des Waldes wird in vielen Ländern Europas und weltweit unterschiedlich definiert und behandelt. Auf internationaler und europäischer Ebene spielt die Wald-Ökosystemleistung "Schutz vor Naturgefahren" bisher eine untergeordnete Rolle. Aus diesem Grund ist die Stärkung der Rolle des Schutzwaldes in der europäischen und internationalen Waldpolitik von hoher Priorität. Es soll ein Governance-Netzwerks für den Schutzwald, unter anderem im Rahmen der Europäischen Makroregionalen Strategie für den Alpenraum (EUSALP) und der Europäischen Waldkommission der Welternährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO/EFC) forciert werden.

Ein Beratungsnetzwerk zur Schutzwaldbewirtschaftung, abgestimmt auf regionale Strukturen, ist eingeführt (2023)

Bestehende Beratungsstrukturen, wie zum Beispiel die behördlichen Bezirksforstinspektionen und Försterdienstaufsichtsstellen und die Waldaufseherinnen und Waldaufseher (Modell Tirol) werden genutzt und weiter ausgebaut. Unter anderem soll die Ausbildung zum Schutzwald-Berater im Schutzwaldzentrum Traunkirchen angeboten und forciert werden. Die Schutzwaldberatung wird aktiv beworben um die Nutzung des Angebotes zu etablieren.

Eine ÖREK-Partnerschaft für den Schutzwald ist etabliert und abgeschlossen (2023)

Den zahlreichen ÖREK Partnerinnen und Partnern soll die Bedeutung des Schutzwaldes für die ländliche Entwicklung und das Risikomanagement in Österreich bewusst gemacht werden. Es werden gemeinsame Umsetzungsschritte diskutiert und definiert. In gemeinsamen Workshops werden eine Partnerschaft zum Schutzwald erarbeitet und Konzepte präsentiert. Schutzwald soll in Zukunft in der ÖREK Raumplanung berücksichtigt werden.

Veröffentlicht am 05.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)