Leuchtturm: Schutzwald erleben, nutzen und schonen

Schutzwälder sind zugleich sensible Ökosysteme, Holzressource, Schongebiete für natürliche Ressourcen, sowie Zonen für Tourismus, Freizeitnutzung und die Jagd. Diese Funktionen und Nutzungsansprüche können mit der Schutzwirkung in Konflikt kommen. Eine Überbelastung durch all diese Nutzerinnen und Nutzer gefährdet die Wirkung der Schutzwälder. Es ist daher eine großflächig abgestimmte und nachhaltige Nutzungsplanung und Lenkung erforderlich.

Die Meilensteine und deren Umsetzungsjahr (in Klammer) in diesem Leuchtturm:

Ein überregionales Dialogforum der österreichischen Freizeit- und Tourismuswirtschaft, der Waldeigentümer und des Gemeindebundes zur Herstellung von Nutzungs- und Lenkungsmodellen für Freizeit und Tourismus im Schutzwald ist etabliert (2021)

Besonders in Gebieten mit einer hohen Bedeutung des Schutzwaldes ist es wichtig auf lokaler und regionaler Ebene Nutzungs- und Lenkungskonzepte für Freizeitnutzung und Tourismus zu entwickeln und umzusetzen. Die Konzepte nehmen Rücksicht auf natürliche Ressourcen, Tourismusverbände, alpine Vereine, Wildtiere und die Jagd, basieren auf dem Dialog aller Akteure und werden von Gemeinden und Regionen gesteuert. Die Herausforderungen von touristischen und Freizeitnutzungen im Schutzwald werden anhand von Fakten und Zahlen dargestellt. Unter anderem sollen bestehende Erfolgsmodelle definiert werden. Die Identifizierung und das Berücksichtigen wichtiger Stakeholder für gemeinsame Erfolge ist von großer Bedeutung. Dazu wird ein Dialogforum eingerichtet. Ziel ist die Erstellung eines gemeinsamen Abschlussdokuments zu einheitlichen Regeln und Verhaltensweisen im Schutzwald.

Österreichweites Projekt zur Etablierung von Wildruhezonen im Winter mit einem Betretungsverbot im Einklang mit einer wildökologischen Raumplanung ist umgesetzt (2022)

Diese raumplanerische Maßnahme wird in Kooperation mit dem Forst & Jagd Dialog, der Jägerschaft, den Ländern, Tourismusverbänden, der Veterinärmedizin und anderen zuständigen Akteuren praxisorientiert umgesetzt. Es werden dabei aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse berücksichtigt. Unter anderem sollen regionale Workshops zu Wildruhezonen abgehalten werden. Dabei ist auch der Interessensausgleich abzustimmen. Weiters werden nachhaltige Konzepte in besonderen Schutzwaldgebieten entwickelt. Der Erfolg und Einfluss der Wildruhezonen wird begutachtet und bis 2026 evaluiert.

Die Erkenntnisse aus bisherigen Arbeiten des „Forst & Jagd - Dialoges" sind genutzt und umgesetzt (2022)

Der teilweise hohe Wildeinfluss, besonders in den österreichischen Schutzwäldern, stellt eine Gefahr für die Stabilität und Resilienz der Bergwälder dar. In einigen Gebieten sind die Erhaltung und Verjüngung der Schutzwälder bedroht oder eingeschränkt. Über den Handlungsbedarf besteht bei Forstpersonal und der Jägerschaft zunehmend Konsens. Für die Umsetzung nachhaltiger Konzepte bedarf es neuer Ideen und starker Antworten. Aus diesem Grund ist eine enge Kooperation zwischen dem Forst & Jagd Dialog, der Jägerschaft, den Bezirksforstinspektionen und den Waldeigentümerinnen und Waldeigentümern von großer Bedeutung. In diesem Meilenstein werden gemeinsame Ziele und Maßnahmen definiert. Unter anderem sollen auch neue Umsetzungswege, zum Beispiel auf regionaler Basis, definiert werden.

Veröffentlicht am 05.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)