Leuchtturm: Schutzwald erhalten und wiederherstellen

Um den Einwirkungen von Elementargefahren und Klimaänderungen standhalten zu können, benötigen Schutzwälder eine intensive standortangepasste Pflege. Mangelnde Pflege und Extremereignisse wie Lawinen, Sturm, Waldbrand und Käfer können Schutzwälder letztendlich zerstören und ihre Wirkung für Jahrzehnte außer Kraft setzen. In diesen Fällen ist eine rasche Wiederherstellung der Schutzwirkung erforderlich.

Die Meilensteine und deren Umsetzungsjahr (in Klammer) in diesem Leuchtturm:

Zertifiziertes Saat- und Pflanzengut ist in Österreich im Handel verfügbar (2022)

Es werden von den zuständigen Forschungs- und Handelsstellen die Bedürfnisse und der Bedarf erhoben. Nachdem der Bestand des zertifizierten Saat- und Pflanzenguts bekannt ist, werden die übersichtliche Eigenerzeugung und der marktorientierte Handel forciert. Gegebenenfalls unterstützt die öffentliche Hand nachhaltiges Saat- und Pflanzgut.

Klimabezogene Waldtypisierung für alle Standort- und Objektschutzwälder in Österreich ist erhoben und die für das Jahr 2050 geeignete Baumartenzusammensetzung ist bekannt (2023)

Es werden bereits vorhandene Waldtypisierungsprojekte in Tirol und der Steiermark abgeschlossen. Die zuständigen Stellen ziehen aus der dynamischen Waldtypisierung Lehren und erstellen Kriterien und einen Fahrplan für noch ausständige Waldtypisierungen in Österreich. Gekoppelt mit Klima- und Umweltszenarien können Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer und Forstbehörden wichtige Erkenntnisse für den zukünftigen Schutzwald ziehen. Die Finanzierung für die Waldtypisierung der Schutzwälder anhand des digitalen Schutzwaldplans wird von unterschiedlichen Partnern sichergestellt.

Die Ereignis- und Schadensdatenbank für Schutzwälder ist erstellt und zur Analyse verfügbar (2023)

Der Datenstand zu Extremereignissen und Schäden im Schutzwald, z.B. in Folge von Stürmen, Waldbrand und Insektenkalamitäten, wird erhoben und notfalls ergänzt. Dabei sollen klare Strukturen und Verantwortungen sichergestellt sein und Potenziale der Digitalisierung genutzt werden. Eine bundeseinheitliche Schutzwald Ereignis- und Schadensdatenbank wird vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus mit Partnerorganisationen und Ländern erstellt und gepflegt.

Bundesweise Risikokarten für Waldbrand, Sturm und Schneebruch sind öffentlich zugänglich (2023)

Es werden in einem ersten Schritt die Kriterien und Indikatoren für die Risikokarte Waldbrand, Sturm und Schneebruch erstellt. Dabei spielen die wissenschaftlichen Erkenntnisse, Fernerkundungsdaten und das gesammelte lokale Wissen eine wichtige Rolle. In Stakeholder Workshops einigen sich die Akteure auf das weitere Vorgehen. Nachdem die Daten erhoben und zentral verarbeitet wurden, können entsprechende Risikokarten für den Schutz- und Bergwald in Österreich erstellt und öffentlich zugänglich gemacht werden.

Veröffentlicht am 05.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)