Leuchtturm: Schutzwald beobachten und erforschen

Umfassendes Wissen über die strukturellen und standörtlichen Anforderungen der Schutzwaldpflege setzt eine angewandte und ausreichend dotierte Schutzwaldforschung mit entsprechenden Spezialisierungen voraus. Es sind dafür Forschungsschwerpunkte in den Bereichen Waldökosysteme, Forsttechnik, Forstgenetik, forstliche Bioklimatologie und Forsthydrologie sowie Risikomanagement erforderlich.

Die Meilensteine und deren Umsetzungsjahr (in Klammer) in diesem Leuchtturm:

Das Schutzwald Forschungsprogramm ist erstellt und die Basisfinanzierung gesichert (2021)

Als ersten Schritt sollen in Frage kommende Forschungseinrichtungen, Institutionen und Universitäten einen Sachstandsbericht zur Schutzwaldforschung in Österreich erstellen. Dieses Dokument wird offene Forschungsfragen und notwendige Empfehlungen definieren.

Zudem ist es wichtig, laufende Projekte im Forstbereich wie in etwa die Waldtypisierung oder Erkenntnisse der Genetik zu berücksichtigen. Die Zusammenschau der Schutzwaldforschung liefert eine geeignete Grundlage für verstärkte Forschungsaktivitäten und kann in Grundfinanzierungen der öffentlichen Institutionen berücksichtigt werden.

Das Schutzwaldzentrum Traunkirchen und ein Lehr- und Forschungsschutzwald sind eingerichtet (2020)

Gemeinsam mit zentralen Partnern wie den österreichischen Bundesforsten, der Universität für Bodenkultur und dem Bundesforschungszentrum für Wald soll am Waldcampus in Traunkirchen ein Schutzwaldzentrum entstehen. Der Fokus liegt einerseits auf der Aus- und Weiterbildung für Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer und Forstarbeitende. Andererseits werden am Schutzwaldzentrum Wissen und Aktivitäten gebündelt und damit eine zentrale Institution in Schutzwaldfragen geschaffen.

Das Thema Schutzwald ist in internationalen Forschungsprogrammen etabliert (2022)

Der Wald erfüllt auf der ganzen Welt wichtige Funktionen im Erosionsschutz, Naturgefahrenmanagement und Wasserhaushalt. Die klimatischen und gesellschaftlichen Änderungen stellen überall die verschiedenen Ökosystemleistungen des Waldes vor Herausforderungen.

Der Schutzwald soll daher als Forschungsfeld in internationalen, und vor allem europäischen, Forschungsprogrammen etabliert sein. Viele Förderschienen wie LIFE, HORIZON und andere sollen in Zukunft verstärkt genutzt werden können, das notwendige Wissen für stabile Schutzwaldflächen zu schaffen.

Der erste Call des Schutzwaldforschungsprogramms ist veröffentlicht (2022)

Die relevanten Partnerorganisationen und Institutionen wie zum Beispiel die Forschungsförderungsgesellschaft und private Geldgeberinnen und Geldgeber haben die wichtigen Themen der Schutzwaldforschung erkannt. Eine entsprechende Finanzierung soll sichergestellt werden und den in Frage kommenden Stellen zur Verfügung stehen. Eine wichtige Plattform für die Kommunikation ist www.schutzwald.at .

Veröffentlicht am 05.01.2021, Wildbach- und Lawinenverbauung und Schutzwaldpolitik (Abteilung III/4)