Waldstandorte in Österreich – Standortwissen für die Praxis

Das Projekt „Waldstandorte in Österreich – Standortwissen für die Praxis“ vermittelt aktuelles Standortwissen praxisnah und verständlich. Kern des Projekts sind eine zehnteilige Videoreihe, begleitende Lernunterlagen sowie Schulungen an forstlichen Ausbildungsstätten in ganz Österreich, um Wissen zu Waldstandorten und klimafitter Waldbewirtschaftung direkt in die Praxis zu bringen.

Waldstandorte bilden die Grundlage jeder nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Sie beschreiben die natürlichen Umweltbedingungen eines Waldes – also das Zusammenspiel von Klima, Boden, Relief und Wasserhaushalt –, die das Wachstum und Entwicklungspotenzial der Bäume bestimmen. Waldgesellschaften wiederum zeigen, welche Pflanzen- und Baumarten sich unter diesen Bedingungen natürlicherweise zusammenfinden und stabile Ökosysteme bilden. Die Kenntnis dieser Zusammenhänge ist entscheidend, um geeignete Baumarten auszuwählen, Bewirtschaftungsformen anzupassen und Wälder an zukünftige klimatische Bedingungen anzupassen.

Standortwissen als Schlüssel für klimafitte Wälder

Die standörtlichen Gegebenheiten eines Waldes bestimmen maßgeblich, welche Baumarten langfristig erfolgreich wachsen können. Gerade im Klimawandel gewinnt dieses Wissen zunehmend an Bedeutung. Fehlangepasste Baumartenwahl oder ungeeignete Bewirtschaftungsmaßnahmen können die Anfälligkeit von Wäldern gegenüber Trockenheit, Sturm oder Schädlingsbefall erhöhen.

Ein praxisnahes Verständnis der wichtigsten Waldgesellschaften Österreichs ermöglicht es Waldbesitzer:innen, Forstpersonal und Entscheidungsträger:innen, standortgerechte und zukunftsfähige Maßnahmen zu setzen. Gleichzeitig bildet die Standortkunde eine wichtige Grundlage für Natur- und Umweltschutz sowie forstpolitische Entscheidungen.

Praxisorientiert, vor Ort und digital

Mit dem Projekt „Waldstandorte in Österreich – Standortwissen für die Praxis“ setzt das Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) einen wichtigen Schritt, um aktuelles Standortwissen verständlich, praxisorientiert und digital verfügbar zu machen.

Im Zeitraum von 1.1.2026 bis 31.12.2028 werden moderne Lehr- und Lernangebote entwickelt, die bestehendes Fachwissen mit aktuellen Erkenntnissen zum Klimawandel verbinden. Ziel ist es, wissenschaftliche Erkenntnisse rasch und anwendungsorientiert in die forstliche Praxis zu bringen.

Das Projekt baut unter anderem auf Ergebnissen aus den Projekten FORSITE – Dynamische Waldtypisierung sowie Winalp21 auf und ergänzt bestehende Materialien zur Wissensvermittlung in der Waldstandortskunde.

Im Mittelpunkt des Projekts steht eine umfassende und leicht zugängliche Wissensvermittlung. Die zentralen Outputs umfassen:

  • eine zehnteilige Videoreihe zu den wichtigsten Waldgesellschaften Österreichs,
  • begleitende Lernunterlagen,
  • sowie praxisorientierte Schulungsveranstaltungen in ganz Österreich.

Theorie und Praxis im direkten Vergleich

Die Schulungstage verbinden wissenschaftliche Grundlagen mit praktischer Anwendung im Wald. Am Vormittag vermitteln Expertinnen und Experten des BFW Grundlagen zu: Standortkunde, Klima, Waldböden, Wasserhaushalt, sowie Zeigerpflanzen als wichtige Hinweise auf Standortbedingungen.

Am Nachmittag werden im Rahmen von Exkursionen zwei nahegelegene Waldstandorte miteinander verglichen. Dadurch erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Möglichkeit, theoretisches Wissen direkt im Gelände anzuwenden und standörtliche Unterschiede praxisnah zu erkennen.

Wissen für die Wälder der Zukunft

Das Projekt versteht sich als wichtige Ergänzung zu bestehenden Unterlagen wie der Broschüre „Waldpflanzen wissen alles über den Standort. Standortsdiagnose als Grundlage für die Baumartenwahl“ oder dem Bestimmungsfächer „Waldböden erkennen und verstehen“ (erhältlich im Webshop des BFW).

Ziel ist es, langfristig ein fundiertes Verständnis der standörtlichen Gegebenheiten österreichischer Wälder zu vermitteln und dadurch die Grundlage für resiliente und zukunftsfähige Wälder zu schaffen. Denn nur wer den Standort versteht, kann Wälder nachhaltig und erfolgreich an die Herausforderungen des Klimawandels anpassen.

Weiterführende Informationen

Artikelquelle: Bundesforschungszentrum für Wald

Veröffentlicht am 26.05.2026

Kontakt

DI Christian Lackner Bundesforschungszentrum für Wald - Öffentlichkeitsarbeit
Webseite