Im Rahmen einer Walddialog-Veranstaltung wurde am 7. Oktober 2026 der Leitfaden „Nachhaltige Bewirtschaftung von Auwäldern im Klimawandel – Ein Leitfaden für die forstliche Praxis in Österreich und Beitrag zur Auenstrategie 2030+“ in Wien vorgestellt, beauftragt vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft (BMLUK). Im Mittelpunkt standen die wirtschaftliche und ökologische Bedeutung von Auwäldern sowie die Anforderungen an eine nachhaltige Waldbewirtschaftung unter den Bedingungen des Klimawandels.
Bundesminister Norbert Totschnig: „Auwälder zählen zu den arten- und strukturreichsten Waldökosystemen Mitteleuropas. Sie sind wertvolle Lebensräume für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten, leisten einen wichtigen Beitrag zum Hochwasser-, Klima- und Naturschutz und sind zugleich bedeutende Wirtschaftsräume für unsere Forstwirtschaft. Besonders deshalb braucht es eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die ökologische Verantwortung und wirtschaftliche Nutzung nicht gegeneinander ausspielt, sondern sinnvoll miteinander verbindet. Der neue Leitfaden stellt dafür praxisnahes Wissen zur Verfügung und unterstützt die Waldbewirtschafterinnen und Waldbewirtschafter dabei, unsere Auwälder langfristig zu erhalten, ihre vielfältigen Leistungen zu sichern und gleichzeitig eine tragfähige forstwirtschaftliche Nutzung zu ermöglichen.“
Leitfaden für die forstliche Praxis
Ein Autorinnenteam um Viktoria Valenta vom Bundesforschungszentrum für Wald (BFW) hat den Leitfaden verfasst. Er bietet praxisnahe Ansätze für die nachhaltige Bewirtschaftung von Auwäldern unter veränderten Klimabedingungen. Der Leitfaden behandelt Standortsbedingungen, die Wahl der Baumarten, waldbauliche Maßnahmen und deren praktische Umsetzung im Forstbetrieb. Praxisbeispiele aus Österreich zeigen, wie man standortgerechte Bewirtschaftungsansätze verfolgt und dabei ökonomische sowie ökologische Ziele berücksichtigt.
Für die waldbauliche Praxis empfiehlt der Leitfaden, klimafitte und standortgerechte Baumarten zu wählen, wobei die Naturverjüngung heimischer Arten besonders wichtig ist. Invasive Neophyten wie Götterbaum, Drüsiges Springkraut und Japanischer Staudenknöterich sollen zurückgedrängt werden. Um Biodiversität und auentypische Funktionen zu stärken, sollten die natürliche Hochwasser- und Grundwasserdynamik sowie Habitatbäume und Totholz erhalten bleiben.
„Der Leitfaden ist besonders, weil er Forstwirtschaft, Wasserwirtschaft und Naturschutz ganzheitlich betrachtet. Die Empfehlungen lassen sich gut in die tägliche Forstpraxis integrieren und ermöglichen eine wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Bewirtschaftung“, sagt BFW-Leiter Peter Mayer.
Leitfaden als Download
- Der Leitfaden „Nachhaltige Bewirtschaftung von Auwäldern im Klimawandel“ zum kostenfreien Download im BFW-Webshop
Artikelquelle: Bundesforschungszentrum für Wald